
Burkina Faso war bis 1960 eine französische Kolonie unter dem Namen Obervolta. Bis heute ist Französisch die Verkehrs- und Bildungssprache unter den über 60 verschiedenen Ethnien mit ihrer je eigenen Sprache. Es zählt statistisch gesehen zu den ärmsten Ländern der Welt, hat jedoch einige, teils noch unentwickelte Bodenschätze. Gewonnen wird vor allem Gold.
Seit der Unabhängigkeit 1960 gab es unter der einheimischen Bevölkerung weder ethnische noch religiöse Konflikte. Seit 2015 verüben aber Terrorgruppierungen (z. B. Al-Kaida im Maghreb), die über die Grenze im Norden kommen, Anschläge vor allem in den dünn besiedelten ländlichen Regionen des Nordens und Ostens. Die Städte hingegen sind sicher, weshalb es über 1 Million Binnenflüchtlinge aus den gefährdeten ländlichen Regionen dorthin gezogen hat.
Da sich die letzte demokratisch gewählte Regierung als ineffektiv erwies, insbesondere im Kampf gegen den Terrorismus, übernahm 2022 das Miltär die Herrschaft. Der allergrösste Teil der Bevölkerung begrüsste den Putsch. Der junge Offizier Ibrahim Traoré (der gleich zu Beginn ankündigte, dass er sich auch als Regierungschef mit seinem Offizierslohn begnügen werde) hat tatsächlich einige Erfolge im «Rückerobern» von Landstrichen erzielt. Das heisst etwa, dass zuvor wegen dem Terrorismus verwaiste Dörfer wieder mit Beamten, Politisten und Lehrern besetzt werden. Auch ist mit der neuen Militärregierung frischer Schwung in die Entwicklung von Infrastruktur und von einheimischer Industrie gekommen. So wird beispielsweise einige der Baumwolle, die zuvor direkt als Rohstoff exportiert wurde, jetzt im Land selbst weiterverarbeitet. Obwohl Präsident Traoré und seine Regierung nicht demokratisch gewählt wurden, geniessen sie nach wie vor die Unterstützung einer Mehrheit der Bevölkerung. Putsch ist nicht immer gleich Putsch.
Vorbildlich ist das friedliche Zusammenleben von Christen (ca. 40%) und Muslimen (ca. 60%). Eine grosse Anzahl Mischehen ist ein Beleg dafür. In den Städten leben Christen und Muslime, ebenso wie die verschiedenen Ethnien, Haus an Haus. Darauf sind die Burkinabé, wie sich die Menschen selbst nennen, zurecht stolz.
Bob Dioulasso – eine typische westafrikanische Stadt
Bobo-Dioulasso, die zweitgrösste Stadt in Burkina Faso liegt etwa 330 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Ouagadougou. Als das Projekt 2014 mit einem Kindergarten begann, lag die Einwohnerzahl bei rund 500’000. Heute zählt sie über 1 Million Einwohner. Grund dafür ist nicht nur die hohe Geburtsrate, sondern auch die Binnenmigration bzw. Binnenflucht aus den vom Terrorismus gefährdeten ländlichen Regionen. Bobo-Dioulasso (von den Einheimischen nur «Bobo» genannt) fungiert als regionales Wirtschafts- und Kulturzentrum.


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